Das Ende Juni im FabLab Nürnberg erstmals im deutschsprachigen Raum angebotene Electric Creatives Projekt soll Kindern und Jugendlichen eine betreute Alternative zur Musikschule oder Sportverein bieten – das spielerische Kennenlernen von Technologie innerhalb einer offenen Hightech-Werkstatt steht dabei im Zentrum aller Aktivitäten.

Betreute Angebote neben der Schule im musischen oder sportlichen Bereich gibt es in großer Zahl. Ganz anders sieht es im Technologiebereich aus. Hier finden sich bisher nur wenige Angebote, die dann oft auch noch vom Lernkonzept und von den Inhalten her weit entfernt von den aktuellen Möglichkeiten sind.

Einen komplett anderen Weg geht hier das FabLab-Konzept – eine offene Hightech-Werkstatt mit modernsten Geräten und Prinzipien. Das FabLab ermöglicht selbst Laien die einfache Erstellung von individuellen Einzelstücken, wie sie bisher ausschließlich industriellen Produktionsverfahren vorbehalten waren. Dafür bietet ein FabLabs Geräte wie 3D-Drucker, 3D-Scanner oder Lasercutter an. Oft kommen dabei freie verfügbare Baupläne oder 3D-Daten wie z.B. von thingiverse zum Einsatz, und es wird bevorzugt auf Open-Source-Software gesetzt.

Das Lernkonzept im FabLab ist im Gegensatz zum klassischen Schullernen „Just in Case“ auf zeitgemäßes „Just in Time“ ausgelegt, d.h. die Kinder lernen die Fähigkeiten erst dann, wenn sie diese konkret brauchen und auch nur in dem Umfang wie es für den aktuellen Fall notwendig ist. Dabei entsteht ein spielerisches “Hineinschnuppern” in Bereiche wie Elektronik, Programmierung oder Design, das oft den Grundstein für ein eigenes, weiteres Erforschen dieser Themen legt. Dieses findet dann aus eigenem Antrieb und Interesse statt – im Gegensatz zu vorgegebenen “Lehrplänen”, die unflexibel “abgearbeitet” werden.

Das Electric Creatives Projekt versteht sich als ein Prototyp, um die Machbarkeit der Idee zu testen und Erfahrungen damit zu sammeln. Nürnberg als Vorreiter und Zentrum für FabLab- Knowhow ist dafür ein idealer Standort. Zeitgleich entstehen weitere FabLabs in Deutschland, auf die das Electric-Creatives- Projekt ausgedehnt werden wird. Das Angebot startet Ende Juni zunächst im limitierten “Betabetrieb” jeweils am Freitag von 14 -17 Uhr und wird zum kommenden Schuljahr als festes Programm mit ausreichenden Plätzen verfügbar sein.

Interessierte Schüler, Jugendliche und Eltern können sich einen persönlichen Eindruck vor Ort im Rahmen des “Open Lab” (jeweils Freitag Abends und Samstags) machen oder sich vorab telefonisch informieren (Rufnummer: 0911 – 14 87 97 41, Mittwochs 16 – 19 Uhr und Freitags 15 – 18 Uhr). Schulen und Lehrkräfte sind herzlich eingeladen das FabLab im Rahmen des Unterrichts zu besuchen und für Projekte einzubinden. Weitere Informationen finden sich auf dem Projektflyer.

 

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Loetkolben-statt-Blockfloete-1630811.html