Microsoft hält gemeinsam mit Vordenkern und digitalen Pionieren Handlungsempfehlungen für die Arbeitswelt der Zukunft bereit und stellt “33 Regeln für erfolgreiche digitale Pioniere” zusammen. Statt starrer Arbeitsstrukturen, künstlicher Hierarchien und Autoritätsdogmen ruft das Manifest zu flexibler und mobiler Zusammenarbeit in virtuellen Teams auf.

Microsoft hat ohne Frage einen wesentlichen Anteil an der modernen Arbeitswelt. Doch längst dreht sich dieser Blick nicht mehr allein um die dabei verwendeten Werkzeuge wie die Benutzeroberfläche oder eine Office Suite. Stattdessen erscheint auch hier eine ordentliche Dosis “Open Source” als zentrale Essenz in der neuen Arbeitswelt.

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Überall dort wo Wissensarbeiter und kreative Köpfe gefragt sind zeigt sich der Wandel am deutlichsten. Klassische Statussymbole wie Budget- und Personalverantwortung, hierarchisches Denken, Dienstwagen und Bonuszahlungen locken heute keine Höchstleister mehr aus der Reserve. Stattdessen zählen Open Source Faktoren wie Offenheit, Zusammenarbeit, Unabhängigkeit, Vielfalt, Innovationskraft, Reputation, Exzellenz oder Sinnhaftigkeit.

Unabhängigkeit und Sinnhaftigkeit statt vorgesetzter Hierarchien

In den weniger kreativen Bereichen erledigt die Automatisierung den Rest – was sich automatisieren lässt wird über kurz oder lang automatisiert werden. RFID Etiketten lösen die Kassierer im Supermarkt ab, selbstfahrende Autos machen die Taxifahrer überflüssig und in der Fabrik der Zukunft melden sich Werkzeugmaschinenteile bei Bedarf selbstständig im Produktionsprozess an und ab.

Die IBM war Vorreiter an vielen Stellen – das erste Investment von 1 MRD USD in Open Source lange bevor die Industrie diesen Schritt verstanden hat, das frühe Ablösen von klassischen Büroarbeitsplätzen durch mobile Rollcontainer und freie Platzwahl sowie zuletzt das Auflösen von klassischen Arbeitsverträgen in dem Wissen, dass sich die kreativsten Köpfe heute besser über knackige Herausforderungen als über starre Arbeitsverhältnisse motivieren und binden lassen. Die Aufträge dazu werden stattdessen flexibel an Innovationsplattformen, Community Projekte oder Creative Spaces vergeben.

Kreative Orte und vernetzte Communities

An diesen Orten fühlen sich die Wissensarbeiter und Spezialisten zunehmend wohler und organisieren sich in Netzwerken, beteiligen sich an den für sie spannendsten Projekten und besuchen die (Un)Konferenzen ihrer Wahl, um ihr Wissen zu teilen und um den breiten Austausch mit verschiedensten Kulturen und Denkweisen zu suchen.

In den Projekten werden keine Rollen vorgegeben und wird kein Status willkürlich verliehen. Vielmehr erarbeitet sich jeder Einzelne seine Verantwortung und seinen Einflussbereich durch das, was er besonders gut tut. Diese Position hält er allein durch das was er fortlaufend leistet. Wendet er sich anderen Zielen zu oder gibt es Jemanden, der die Rolle besser erfüllt, so kann dieser aufgrund seiner Aktivität jederzeit übernehmen.

Die Cloud öffnet Türen für Bürgerbeteiligung und Demokratie

Das allgegenwärtige Internet mit seinen Software-As-A-Service Angeboten lädt gleichzeitig zur Weiterentwicklung der Demokratie und aktiver Teilhabe der Bürger ein. Dies wird nicht nur von vielen Menschen geteilt – auch Politik und Verwaltungen sprechen sich längst für mehr Dialog aus. Denn sie wissen, dass viele Vorhaben der jüngeren Vergangenheit, bei denen es an Partizipation mangelte, sich verzögert haben, teurer geworden oder gleich ganz gescheitert sind.

Initiativen wie das Crowdmapping-Projekt „Wo sind gefährliche Kreuzungen für Radfahrer?“ in Berlin oder „Ludwigshafen diskutiert“ über den Abriss der Hochstraße Nord zeigen hier, wie einfach und erfolgreich eParticipation heute umgesetzt werden kann.

Ein Manifest für neues Arbeiten im digitalen Zeitalter

All das sind Spielregeln, die für viele innovative Startups meist fester Teil der Unternehmenskultur sind, aber gleichzeitig für bestehende Unternehmen oft eine enorme Herausforderung. Die im Rahmen des Manifest zusammengestellten Beobachtungen können helfen hier eine Brücke zu bauen und den Weg zu bereiten. Alle 33 Regeln für erfolgreiche digitale Pioniere im Vergleich zwischen früher und heute auf einen Blick:

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Früher wollten Kunden Produkte besitzen.
Heute geht es ihnen um Erlebnisse und Zugang.

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Früher mussten Unternehmen First Mover sein, um einen Markt zu erschließen.
Heute müssen sie vor allem das beste Design und die beste Usability bieten.

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Früher legten viele Unternehmen den Schwerpunkt auf Verwaltung statt auf Arbeit am Produkt und Kunden.
Heute arbeiten immer mehr Mitarbeiter am Kunden; das Backoffice wird automatisiert oder outgesourced.

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Früher suchten Unternehmen gute Sachbearbeiter.
Heute suchen sie Mitarbeiter, die eine menschliche Beziehung zum Kunden aufbauen.

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Früher haben Mitarbeiter Befehle befolgt.
Heute fordern sie immer mehr Eigenverantwortung.

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Früher haben die Mitarbeiter Strategien exekutiert.
Heute agieren sie selbst unternehmerisch.

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Früher haben Mitarbeiter ihren Selbstwert aus ihrem Status bezogen (“Was bin ich?”).
Heute zählt Leidenschaft und Reputation (“Was kann ich?”).

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Früher haben Vorgesetzte Gehorsam gefordert.
Heute stärken gute Vorgesetzte Autonomie und Entscheidungsbefugnis ihrer Mitarbeiter.

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Früher haben Unternehmen die besten Talente ins Headquarter geholt.
Heute gewinnen sie die klügsten Köpfe, egal, wo diese sitzen.

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Früher haben Vorgesetzte Leistung nur nach Arbeitszeit gemessen. Dann nach Ergebnissen.
Heute schauen sie auch nach der Reputation im Team und in der Peer Group.

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Früher haben Angestellte sich oft als Rädchen im Getriebe gefühlt.
Heute fordern sie Freiheitsgrade und Selbstverwirklichung.

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Früher haben Angestellte alles der Arbeit untergeordnet.
Heute ist Work-Life-Balance ein wichtiges Incentive.

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Früher haben Chefs nur gesendet.
Heute müssen sie zuhören können.

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Früher haben Vorgesetzte Prozesse vorgegeben und jeden Arbeitsschritt kontrolliert.
Heute setzen sie auf Selbstorganisation von Teams.

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Früher entschied die formale Qualifikation, wer im Unternehmen weiter kommt.
Heute entscheiden Persönlichkeit, Empathie und Soft-Skills darüber.

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Früher haben Mitarbeiter ausschließlich Aufgaben vom Vorgesetzten zugewiesen bekommen.
Heute suchen sie sich Aufgaben zunehmend selbst.

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Früher fand Arbeit im Büro statt.
Heute arbeiten wir überall.

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Früher dominierte der klassische 9to5-Arbeitstag.
Heute machen flexible Arbeitszeiten produktiv und effizient.

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Früher waren erfolgreiche Organisationen geschlossen und hierarchisch.
Heute sind sie offen, transparent und kollaborativ.

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Früher bestand ein Großteil der Büroarbeit in Unternehmen aus Routineaufgaben.
Heute fast nur noch aus Wissensarbeit.

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Früher führte das Bauchgefühl des Chefs zu neuen Geschäftsfeldern.
Heute sind es systematische Marktforschung und eine mutige Innovationskultur, die Mitarbeiter zu Experimenten einladen.

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Früher waren weltweit erfolgreiche Unternehmen exportorientiert, aber lokal tätig, nur der Vertrieb war global.
Heute setzen sie auf globale Teams, die sich virtuell über Zeitzonen hinweg organisieren.

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Früher führte die Nutzung von Papier als Trägermedium der Information notgedrungen zu sequentiellen Prozessen und Arbeitsabläufen.
Heute erlaubt die Digitalisierung parallele Arbeit in selbstformenden Netzwerken.

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Früher war erfolgreich, wer Informationen effizient verwaltete.
Heute ist es, wer erklären und Wissen vermitteln kann.

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Früher ging es darum, bestehende Informationen zu finden.
Heute darum, auf der Basis dieser Informationen neue Dinge zu erfinden.

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Früher war erfolgreich, wer kritische Informationen hortete.
Heute wird Knowledge-Sharing belohnt.

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Früher war Fortschritt in Unternehmen durch eine sich gegenseitig ausschließende Konkurrenz von Ideen organisiert.
Heute findet Innovation in einem Portfolio gleichberechtigter Initiativen statt.

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Früher waren erfolgreiche Unternehmen in starren Hierarchien organisiert.
Heute setzen sie auf Agilität und einen marktwirtschaftlichen, internen Wettbewerb von Ad-Hoc-Teams.

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Früher entschied der Chef, was gut ist.
Heute setzt sich Qualität dank Empfehlungen aus dem individuellen sozialen Netzwerk durch.

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Früher wurden globale Teams zentral gesteuert.
Heute wird auf regionale Verantwortung vertraut.

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Früher galt Komplexitätsreduktion durch Vorgesetzte und Strukturen als Erfolgskriterium.
Heute ist es ungelenkte Serendipity.

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Früher zogen Unternehmen Skaleneffekte und Produktivitätsgewinne aus einer firmeneigenen Infrastruktur.
Heute bleiben sie dank dezentraler IT und der Cloud in jeder Skalierung agil.

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Früher war das Unternehmens-Handy ein Statussymbol.
Heute ist es die Erlaubnis, sein eigenes Smartphone und Tablet benutzen zu dürfen (bring your own device).


siehe auch:

heise.de/newsticker/…/Microsoft-will-die-neue-Arbeitswelt-befluegeln
microsoft.com/de-de/politik/artikel/manifest-fuer-ein-neues-arbeiten
microsoft.com/…/Microsoft-fordert-Debatte-zum-neuen-Arbeiten-in-Deutschland
blogs.technet.com/über-die-zukunft-der-arbeit-und-welchen-regeln-sie-folgt
blogs.technet.com/ninia-lagrande-hat-ihre-vision-der-neuen-arbeit-im-gepäck
blogs.technet.com/…/33-regeln-erfolgreicher-digitaler-pioniere-gastbeitrag
onedrive.live.com/…/33-Regeln-erfolgreicher-digitaler-Pioniere