Der erste Summit of Newthinking stand Ende vergangener Woche ganz im Zeichen des Themas “Open Strategies“. In der Station Berlin, die auch die re:publica – die alljährliche Gipfelkonferenz der digitalen Gesellschaft – beherbergt, wurden über zwei Tage hinweg in fünf parallelen Tracks mehr als 90 Sessions, Talks und Workshops angeboten.

Die Offenheit der Themen, die den Summit prägten, spiegelten sich auch in der Wahl der atmosphärischen Location wieder. Über den (laut dem Veranstalter) “grössten Workshop-Raum der Welt” hinweg verteilt fanden sich in der Station Berlin fünf parallele Tracks als Inseln offen nebeneinander angeordnet. Das Setup lud dazu ein, sich frei zwischen den einzelnen Sessions zu bewegen und sich jederzeit einklinken zu können ohne dabei die Vorträge zu stören. Die Y-Aufstellung der Tische wiederrum sollte den Teilnehmern sowohl einen Überblick als auch die Nähe zum Vortragenden ermöglichen.

Station Berlin Summit of Newthinking

Für den Summit erhielt das Programmkommittee über 70 hochkarätige Einreichungen, aus denen die Besten für das dicht gedrängte Programm ausgewählt wurden. Für die OSBF gab es eine hohe Überdeckung mit den eigenen Themen der aktuellen Weiterentwicklung und so ergaben sich im Laufe der beiden Tage eine Vielzahl an wertvollen Kontakten und Anregungen. Gleichzeitig konnten wir selbst einige Impulse beitragen:

Im Zentrum der beiden Tage stand die Suche nach Antworten, wie sich die bei Open Source bewährten Prinzipien von Offenheit, Transparenz und Zusammenarbeit auf neue Bereiche über reine Software hinaus und auf andere (Geschäfts)strategien übertragen lassen.

Den “Glue” dafür kann Open Data liefern mit dem Bestreben einen wesentlichen Teil aller im Öffentlichen Bereich erfassten Informationen frei zugänglich zu machen. Mithilfe von Meshups lassen sich diese dann so verbinden, dass daraus ein neuer Mehrwert entstehen kann, der nicht nur den Bürgern zugute kommt sondern auch eine Grundlage für Open Business sein.

Dort wird der Rohstoff in Form von frei verfügbaren Informationen und Werken unter Creative Commons Lizenz so eingesetzt, dass dieser in einer darauf aufbauenden Wertschöpfung “veredelt” wird. Die Verwertung der Ergebnisse von Peer Production reichen dabei weit in den Non-Profit Bereich und NGOs hinein. Klassische Unternehmen finden hier Gelegenheiten, um sich im Hinblick auf ihre Corporate Social Responsibility zu engagieren.

Die Auflösung von Unternehmensgrenzen wird ganz besonders deutlich, sobald man sich intensiver mit dem Konzept von Open Innovation beschäftigt. Dabei handelt es sich nicht wie oft gerne gleichgesetzt nur um Crowdsourcing, also das Auslagern von Aktivitäten an externe Communities oder Plattformen, sondern um einen grundlegenden Kulturwandel. An die Stelle von Kontrolle und Hierarchien treten Vertrauen und Kommunikation auf Augenhöhe.

Im Ergebnis wird versucht, eine Balance zwischen Geben und Nehmen zu erreichen. So kann nachhaltig die externe Wertschöpfung von Communities eingebunden und gleichzeitig deren Vorankommen unterstützt werden. Das Ergebnis sind neue Impulse und Vielfalt, die sich heute aus eigener Kraft im abgeschirmten Unternehmen nicht mehr erreichen lässt.

Das Konzept Open Reality schlägt schliesslich die Brücke zwischen digitaler und realer Welt. Egal, ob es wie bei Augmented Reality um die Erweiterung der realen Welt mit digitalen Elementen geht (Project Google Glass). Oder ob es Lasercutter und die mittlerweile bezahlbaren 3-D Druckern für den Schreibtisch radikal ermöglichen, jegliche Dinge, die man sich erdenken kann und digital formulieren kann, anschliessend auch real werden zu lassen. Frei zugängliche Bibliotheken wie Thingiverse sammeln dieses Wissen und stellen es der Allgemeinheit bereit.

Ganz besonders herzlich danken wir den Organisatoren und allen Rednern für ein herausragendes Event und den außergewöhnlichen Impulsen und Anregungen! Die Einbindung des Beyond Fashion Summit war dabei das perfekte i-Tüpfelchen und ein inspirierender Kontrast. Zur Abrundung möchten wir aus den zahlreichen Tweets und Meldungen drei Zitate herausgreifen, die für uns das Event besonders treffend wiedergeben:

“Aus einem der außergewöhnlichsten Orte dieser Stadt wurde für zwei Tage ein Ort des Lernens und Vernetzen, in dem Wissen geteilt und damit verbreitet wurde und der neue Wege eröffnete.” (netzpiloten.de)

“Insgesamt war die Konferenz ein sehr spannender erster Aufschlag, um Menschen zusammen zu bringen, die sich mit Open Source-Strategien jenseits von Software beschäftigen. ” (reset.to)

“Newthinking hat sich zu einem wichtigen Impulsgeber der digitalen Szene entwickelt und ist gerade wegen Events wie dem SoN ein wichtiger Teil der digitalen Kultur Berlins.” (netzpiloten.de)

http://reset.to/blog/
http://netzpiloten.de/
http://newthinking.de/
http://openeverything.eu/
http://crowdsourcingblog.de/
http://creative-destruction.me/day-1/
http://creative-destruction.me/day-2/