Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer ernstzunehmenden Finanzierungsalternative entwickelt. Leider war der Start von eigenen Projekten bei Kickstarter, dem beliebtesten Marktplatz für Crowdfunding, bisher auf die USA beschränkt. Jetzt soll die Plattform bis Ende des Jahres auch in Deutschland an den Start gehen.

Über Kickstarter wurden seit der Gründung in 2009 von über 5 Millionen Menschen mehr als 60.000 Projekte erfolgreich mit einer Gesamtkapitalsumme von über einer Milliarde USD finanziert. Unterstützer aus Deutschland konnten sich an laufenden Projekten als “Backer” beteiligen, aber bisher keine eigenen Projekte anlegen.

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Aus wirtschaftlicher Sicht leisteten Crowdfunding Plattformen einen ganz wesentlichen Beitrag für den Erfolg einer Geschäftsidee – es liefert eine verbindliche Rückmeldung, ob es einen Markt für eine bestimmte Idee gibt. Dadurch verhindert es sehr effektiv eine Situation, in der sich schon unzählige Startups befunden haben – die Gründer glauben an ein Produkt, ohne zu wissen, ob es dafür wirklich zahlende Kunden geben wird.

Crowdfunding belegt Marktakzeptanz

Der “Lackmustest” Crowdfunding liefert darauf eine eindeutige Antwort. Die interessierten Kunden legen allein auf eine Idee hin einen bestimmten Betrag ein, mit dem sie die Umsetzung unterstützen wollen. Finden sich ausreichend viele Unterstützer, so steht die benötigte Summe direkt bereit, bei guten Ideen sogar oft entsprechend mehr.

Der kritische Verkauf an die Kunden findet also bereits vor der Entwicklung des Produkts statt und es lässt sich klar entscheiden, ob ein Markt dafür existiert oder eine reales Problem damit gelöst wird. Finden sich jedoch nicht genügend viele Unterstützer, so ist dies ein eindeutiger Hinweis, dass die Idee nicht attraktiv genug ist. In diesem Fall bleibt das Lehrgeld, das bezahlt wird, überschaubar.

Produktentwicklung aufgrund von realer Kundennachfrage

Gleichzeitig werden die Initiatoren motiviert, sich für die Vorstellung ihrer Projektidee ausführlich Gedanken über die Zielgruppe zu machen, die sie mit ihrem Produkt ansprechen wollen. Je besser sie sich in diese hineinversetzen desto leichter werden sie diese mit ihrer Ansprache und Projektvorstellung überzeugen können.

Auf Seite der frühen Kunden bleibt beim Crowdfunding ein ebenfalls überschaubares Risiko – Niemand kann dafür garantieren, dass ein zwar von ausreichend Vielen unterstütztes Projekt am Ende dann auch wirklich das gewünschte Ergebnis hervorbringt. Hier findet man sich dann doch auch schon mal als Betatester von noch unausgereiften Produkten wieder oder wartet gar auf unbestimmte Zeit auf die Fertigstellung des Projekts.

Aussicht auf innovative Produkte und unkonventionelle Lösungen

Vielen “Backern” ist es dieses Risiko jedoch wert in Aussicht auf ein innovatives Produkt, das von etablierten Unternehmen nicht zu erwarten wäre oder für eine unkonventionelle Lösung die sich an eine Nische richtet, um die sich bisher Niemand gekümmert hat.

Für alle die mit ihrem Projekt nicht bis zum Jahresende auf Kickstarter warten wollen gibt es auch in Deutschland Alternativen wie z.B. Startnext, die heute schon das Anlegen von Kampagnen hierzulande ermöglichen. Wer sich näher mit der Crowdfunding Szene beschäftigen möchte findet hier noch eine kleine Übersicht der bekannteren Anlaufpunkte:


heise.de/newsticker/…/Crowdfunding-Kickstarter-ab-Herbst-auch-fuer-deutsche-Projekte/
meedia.de/…/crowdfunding-mit-kickstarter-ab-herbst-auch-fuer-deutschland/
t3n.de/news/kickstarter-kampagne-tipps/