Open Source Research

Die Open Source Research Group von Prof. Dirk Riehle ist an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf die Erforschung von Open Source Prozessen, Praktiken, Projekten und Werkzeugen fokussiert und unterstützt dabei aktiv Entrepreneurship und Unternehmertum bei den Studierenden.

Eine zentrale Komponente ist dabei das praxisorientierte studentische Softwareentwicklungsprojekt AMOS (Agile Methoden und Open Source). Studierende lernen dort agile Methoden, insbesondere Scrum, kennen und anwenden. Sie organisieren sich in Teams, die jeweils ein vorgegebenes Projekt abarbeiten. Dabei sind Industriepartner herzlich eingeladen, die Patenschaft zu selbst eingebrachten Projektthemen zu übernehmen.

Die Teams bestehen in der Regel aus zwei Produktmanagern (oft Wirtschafts-informatiker) und drei Softwareentwicklern (häufig Informatiker). Ein AMOS Projekt läuft über drei Monate und besteht aus zwei Software-Releases (zur Mitte und am Ende). Der Blog zum AMOS Projekt vermittelt einige Eindrücke zu den bisherigen Projekten und Themen.

Der Projektablauf ist in Iterationen mit der Länge von einer Woche (Scrum Sprints) gegliedert. Es werden mehr als 10 Sprints ausgeführt. Am Ende der drei Monate steht der große Demo-Tag, an dem alle AMOS Teams die jeweils entwickelte Software vorstellen.

Industriebeteiligung

Für Unternehmen, die sich hier als Industriepartner engagieren, ergeben sich eine Reihe von wertvollen Aspekten:

  • Die Exploration einer Produkt-/Projektidee durch engagierte Studierendenteams unter Leitung der Professur
  • Die Nutzung von Open Innovation durch Prototyping von Produkten über die Unternehmensgrenzen hinaus
  • Das Kennenlernen von Studierenden, die sich für die Anwendungsfelder des Unternehmens interessieren
  • Die Chance, in ein möglicherweise für das Unternehmen relevantes Start-up zu investieren

Die Studierendenteams arbeiten von Ideengebern vorgegebene Projekte ab. Unternehmen können dabei selbst Ideengeber sein und einem Studierendenteam ein Projekt zur Bearbeitung geben! Ein gutes Projekt hat folgende Eigenschaften:

  • Es benötigt (zumindest anfänglich) kein tiefes Fach- und Technikwissen
  • Es kann auf Basis existierender Open-Source-Software entwickelt werden
  • Es hat keine Abhängigkeiten zu proprietärer Software oder Patenten

Studierende entwickeln üblicherweise Software, die auf Open-Source-Software wie Linux oder Android aufsetzt, z.B. Webdienste oder Handy-Apps. Der Lehrstuhl stellt die Betreuung auf technischer Ebene sicher und leitet den Prozess an. Die fachliche Betreuung liegt beim Unternehmen. Eine Beteiligung setzt Folgendes voraus:

  • Eine gute Aufgabenstellung/Projektidee
  • Eine Person, die als Fachexperte zur Verfügung steht
  • Eine Teilnahmegebühr pro Projekt

Zu Beginn des Projekts stellt das Unternehmen die Idee vor. Die OSR Group organisiert die Teambildung. Das Ergebnis des Prozesses ist eine Zuordnung von Studierendenteams zu Projekten. Da die Studierenden ihre Themen selbst wählen, kann es vorkommen, dass sich zu einer gegebenen Projektidee kein ausreichendes Team findet. In diesem Fall wird die Teilnahmegebühr erstattet.

Die Industriepartner sind für den Erfolg eines AMOS Projekts entscheidend. Ohne einen begleitenden Ansprechpartner, der bereit ist, mit den studentischen Produktmanagern zu kommunizieren, funktioniert es nicht. Dieser Ansprechpartner definiert die groben Anforderungen und gibt regelmäßig zum Entwicklungsstand des Projekts (Anforderungen und Umsetzung) Feedback.

Projektergebnisse

Die Software wird als Open-Source-Software entwickelt. Das betreuende Unternehmen, wie auch die am Projekt beteiligten Studierenden, erhalten ein nicht-exklusives Copyright an der Software. Die zugesprochenen Rechte erlauben es, die Software proprietär weiterzuentwickeln, mit oder ohne Involvierung der Studierenden. Am Ende eines erfolgreichen AMOS Projekts steht:

  • Vielversprechender Nachwuchs, der mit Freude eine Projektidee umsetzt
  • Ein Software Prototyp, der die Machbarkeit der Idee demonstriert

Der Professur für Open-Source-Software liegt das Entstehen von neuen Start-ups am Herzen. Deswegen wird die Ausgründung erfolgreicher AMOS-Projektteams aktiv unterstützt. Sollte es zu einer Ausgründung kommen, so haben die Gründer die Option, dass sich das betreuende Unternehmen am Gründungskapital beteiligt. Alles Weitere liegt anschliessend in den Händen des Industriepartners und der Gründer.

Für Rückfragen steht Professor Riehle gerne direkt zur Verfügung.