Am 11. und 12. November veranstaltete die OXID Community den ersten OXID Hackathon 2016 – ein Event im besonders spannenden Format. Knapp zwei Dutzend Gleichgesinnte aus der Entwicklerbranche kamen im Coworking Nürnberg zusammen, um 48 Stunden lang gemeinsam kreativ zu sein, sich auszutauschen und alternative Lösungsansätze für OXID-Erweiterungen zu entwickeln. Marco Steinhaeuser, der Community Manager von OXID eSales, gewährt uns Einblicke in die Atmosphäre der Veranstaltung.

Wie beschreibst Du die Veranstaltung aus der Perspektive von OXID als Unternehmen?

 

Ich glaube, dass es in einem solchen Moment, bei einem solchen Event, im Grunde nicht um das Unternehmen an sich geht: “Die Firma” sponsert zwar das Catering, aber mehr Governance gibt es eigentlich nicht. Jeder Teilnehmer, also auch die “Internen” finden sich plötzlich mitten in der Community wieder. Sie sehen sich selbst kurz nach dem Start über die drei möglichen von acht vorgeschlagenen Projekte abstimmen. Genau die Projekte, die innerhalb der zwei angesetzten Tage machbar sind.

Und es gibt noch einen weiteren Punkt: Es war von vornherein klar, dass ein solches Projekt nicht zwangsläufig in den OXID-Code übernommen wird. Der Ansporn, diese Hürde zu nehmen, hat dazu geführt, dass aus dem Event sehr kluge Ideen hervorgegangen sind. Darunter z.B. das Entwickeln eines OXID-Moduls, das die Verbindung zu einem SOLR-Server einfacher macht oder auch den OXID Module Connector (OMC), einem anderen OXID-Modul, mit dessen Hilfe alle verfügbaren Erweiterungen für den OXID eShop gesucht und gefiltert werden können. Diese Projekte sind natürlich öffentlich verfügbar und sollen künftig für noch größere Agilität innerhalb des Ökosystems sorgen. Das wiederum hilft sowohl der Partner- und Entwickler-Landschaft und macht letzten Endes die Marke und das Unternehmen selbst stärker.

Welche Dinge waren für Dich an der Veranstaltung am bemerkenswertesten?

 

Herausragend fand ich persönlich die enorme Arbeitsenergie, mit der sich die zwanzig Teilnehmer förmlich in die Projekte gestürzt haben. Man arbeitet gemeinsam an einem Projekt unter Umständen mit Leuten, die man vorher noch nie gesehen hat. Das Ziel ist dabei eigentlich der Weg: Ich will wissen, wie andere Leute an Probleme und deren Lösungen herangehen. Das ist quasi Pair-Programming vom Feinsten. Wenn dabei nach nur zwei Tagen ein fertiges Resultat herauskommt, ist das toll!

“Arbeiten wir weiter (in unserer Freizeit) daran, weil wir ggf. nicht fertig geworden sind?” – “Na klar!” – “Jeder andere, der daran mitarbeiten will, ist herzlich willkommen – schickt Pull Requests, macht Issues auf!”

Letztlich vernetzen sich die Entwickler und lernen voneinander. Sie bringen so coole Dinge (komplett quelloffen) auf den Weg, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.

Mittlerweile ist gesetzt, dass es Hackathons mindestens im Jahresrhythmus geben wird. Ein paar Dinge haben wir aus der letzten Veranstaltung gelernt.

Eigentlich waren nur die Lokalmatadoren in Nürnberg am Start. So hat z.B. unser Partner shoptimax gleich fünf Entwickler ins Rennen geschickt. Hohe Übernachtungskosten und die geschäftigen Zeiten im Jahr wollen wir künftig meiden, damit noch mehr Interessierte auch aus dem Rest der Republik teilnehmen können.

Die Aufteilung der Teams muss so gestaltet sein, dass mindestens ein oder besser zwei Senior-Entwickler teilnehmen, damit die Projekte erfolgreich sind. Das spielt natürlich auch für die Motivation der Teilnehmer eine entscheidende Rolle.

Wo liegt Deiner Ansicht nach das Potential der Veranstaltung?

 

Das Potential ist riesig. Einige Aspekte habe ich ja schon angesprochen. Es ist eben doch ein Format, das sich von einer OXID Commons, einem Partnertag, Usergroup-Meetings und selbst der Unconference unterscheidet. Das Bemerkenswerte ist – wie bereits erwähnt – die Motivation der Entwickler. Sie kommen, um sich zu vernetzen, von anderen zu lernen, neue Impulse zu sammeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Das wiederum erhöht die Aktivität in der Community und sorgt dadurch für Stabilität. Es entsteht etwas Produktives. Etwas aus der Community für die Community, die sich dadurch weiterentwickelt und dient damit letztendlich auch der positiven Wahrnehmung nach außen.